Blütenpracht (Informationen zum Blütenbarometer... www.bluetenbarometer.de)
„Den Elbdeich lang und dann immer der Nase nach“, sagt eine Frau auf die Frage, wo es hier zur Blüte geht. Ja, da hat sie wohl recht. Es riecht so nach Frühling und Blüten, dass man gar nicht anders kann, als dem Duft zu folgen. Links und rechts vom Obstmarschenweg und entlang des Elbdeichs liegen die Gehöfte mit den großen reetgedeckten Fachwerkhäusern, den stolzen geschnitzten Prunkpforten und den blühenden Obstplantagen. Im Süden, vor den Toren Hamburgs, zwischen der Lüneburger Heide und der Niederelbe, erstreckt sich das größte geschlossene Obstanbaugebiet Deutschlands, das Alte Land.

Im April ist es wieder soweit: Zuerst blühen die Kirschen, die Birnen und die Zwetschen, dann Anfang Mai die „Äppel“, wie die Altländer sagen. Das Alte Land ist eine der schönsten und traditionsreichsten Landschaften Norddeutschlands. Auf einer Strecke von 35 Kilometern entlang der Elbe von Stade bis nach Hamburg bestimmt hier Obst das Bild dieser Gegend. Besonders die Äpfel und die Kirschen haben das Alte Land (Deutschlands größtes Obstanbaugebiet) geprägt. 
 
 Blütenpracht

Wer diese faszinierende Landschaft von ihrer schönsten Seite entdecken möchte, sollte das Auto abstellen und sich zu Fuß oder per Fahrrad auf Entdeckungsreise begeben. Auch gibt es regelmäßige Schiffs- und Katamaranverbindungen von Stade und Hamburg ins Alte Land. Dort informieren Schaukästen mit Wanderwegekarten über 13 Rundwanderwege durch das Alte Land mit einer Gesamtlänge von rund 80 Kilometern.

Altländer Blütenfest

Aber die Blüte ist nicht nur für die Besucher etwas besonderes, auch die Altländer selbst feiern dieses Naturereignis. Am ersten Wochenende im Mai findet jedes Jahr in Jork das „Altländer Blütenfest“ statt. Die Altländer Trachtengruppe und der Altländer Shanty-Chor sind zwei Highlights dieses Festes. Außerdem wird alljährlich eine neue Blütenkönigin gekrönt. In historischer Altländer Hochzeitstracht wird sie von diesem Wochenende an für ein Jahr das Alte Land in aller Welt präsentieren.
 
 
Die Altländer bewahren ihre Kultur. Ihre gepflegten Fachwerkhäuser und ihre liebevoll angelegten Bauerngärten sind eine Freude für den Betrachter. Auch das „Museum Altes Land“, das Kohlmeiersche Haus, in Westerjork 49, fühlt sich dieser Tradition verpflichtet. 
 
Fachwerkhäuser
Wer auf seiner Reise durch die Welt der Apfelbäume noch Zeit für einen Abstecher in dieses lohnende Museum findet, hat die Gelegenheit etwas von der Geschichte des Alten Landes zu erfahren. Alte Trachten, Filigranschmuck, Bauernmöbel, die erste Apfelsortiermaschine von Bauer Regenbogen und vieles mehr sind dort von dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr zu betrachten. Im Dachgeschoß des Museums finden regelmäßig Kunstausstellungen und klassische Konzerte statt.

Das Altländer Apfeldiplom
Besonders beliebt bei den Gästen ist auch das „Altländer Apfeldiplom“, das auf einem Jorker Obsthof abgelegt wird. Mit viel Spiel, Spaß und Information rund um den Apfel werden die Gruppen ab 20 Personen Kenntnisse über Apfelsorten, Obstbau und Altländer Kultur weitergegeben. Das Apfeldiplom hat man für 8,50 € pro Person mit viel Gelächter in zwei Stunden in der Tasche.

Viele Flüsse, viele Deiche
Drei „Meilen“ untergliedern das Alte Land. Die Nebenarme der Elbe, die Schwinge, Lühe, Este und die Süderelbe markieren die Grenzen zwischen den Altländer Meilen. Die Holländer standen Pate für diese Bezeichnung, denn sie haben Meile für Meile Entwicklungshilfe geleistet und Anfang des 12. Jahrhunderts ein Deich- und Entwässerungssystem angelegt, das den Altländern Schutz vor Sturmfluten bot.
 
Wasserstrasse
So entstanden fruchtbare Anbauflächen und neuer Lebensraum. Auch die Hogendiekbrücke, die in Steinkirchen über die Lühe führt, erinnert an Holländische Grachten.
Auf 113 Kilometern Deichen können sich Spaziergänger im Alten Land eine frische Elbbrise und Apfelblütenduft um die Nase wehen lassen. 
Rundwege entlang der Lühe oder Este über Brücken und Sperrwerke sind während der Blüte ein besonders schönes Erlebnis. Urgemütliche Gaststätten und romantische am Wasser gelegene Kaffeegärten laden zu einer Einkehr mit Altländer Butterkuchen oder einer Altländer Hochzeitssuppe ein.

Alle Wege führen nach Jork
Jork ist das Altländer Zentrum, und das Zentrum Jorks ist wiederum der Gräfenhof. Er war der Herrensitz des Grafen Matthäus von Haren, der heute das Rathaus beherbergt. Sehr beliebt ist der restaurierte Gräfenhof bei Brautpaaren.
 
Jorker Rathaus
Im romantischen kleinen weinroten Trauzimmer, auf original Altländer Stühlen, gibt man sich das Jawort besonders gern. Wer bei hellichten Sonnenschein lieber einen wunderschönen 
blauen Sternenhimmel betrachten möchte, kann dies in der Jorker, Estebrügger und Borsteler Kirche tun. Die Kuppeln der Kirchen sind übersät von Sternen. Außerdem findet der Besucher in den Altländer Kirchen restaurierte Arp Schnittger Orgeln. Im Steinkirchener Gotteshaus befinden sich die am besten erhaltene Arp Schnittger Orgel aus dem Jahre 1687.
Und überall an den Straßen und in den Obsthöfen leuchten die rotgelben Altländer Äpfel in den Obstkisten. Auch wenn die Apfelbäume noch nicht einmalausgeblüht haben: Frisches knackiges Obst gibt es das ganze Jahr über. Nur auf die Kirschen muß man noch ein wenig warten.

Führungen durch das Alte Land bieten die „Altländer Gästeführerinnen“ in original Altländer Tracht an. Sie sind im Info-Büro im „Museum Altes Land“ in Jork zu buchen.

Zu guter Letzt, hier werden Sie wohnen...

 

    

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